Gibt es Alternativen zum Kapitalismus?
Wir leben
in einer Zeit, in der klassische Ideen und Theorien einer revolutionären
Überwindung des Kapitalismus (und mit ihm aller bestehenden
Herrschaftsysteme) veraltet und gescheitert sind. Das bedeutet nicht, dass
eine Revolutionierung der Verhältnisse und eine Überwindung von
Machtstrukturen gescheitert wären, sondern dass neue Ansätze und
Strategien entwickelt werden müssen. In den nachfolgenden Ausführungen
soll dies, ausgehend von den gesellschaftlichen Veränderungen in
Argentinien, (ansatzweise) versucht werden. Dabei will ich allerdings
keinen "Weg der Erleuchteten" aufzeigen, sondern Ansätze beschreiben, die
nur als Prozess begriffen werden können, Hierarchien zu hinterfragen und zu überwinden. Es gibt nicht bloß eine Revolution, sondern tausende. Mehr
dazu im Text (Fußnoten) ...

In diesem
Text möchte ich die zentrale Frage beantworten, welche Auswirkungen der
Aufstand der Bevölkerung in Argentinien vom 19./20. Dezember 2001 auf die
Strukturen der dortigen Gesellschaft hatte. Zudem will ich auch darauf
eingehen, inwiefern die Protestbewegung Argentiniens Teil einer globalen
Bewegung ist, die sich nicht auf die vorherrschenden Theorien zur
Überwindung von kapitalistischen Verhältnissen bezieht, sondern neue
Ansätze entwickelt und umsetzt. Da dieses Themenfeld sehr komplex ist und
es schwer ist, glaubwürdige Quellen zu finden, möchte ich mich dabei auf
die Untersuchung der Bewegungen, vor allem der "piqueteros" und der
Nachbarschaftsversammlungen, sowie der besetzten Fabriken konzentrieren.
Zunächst geht es um die Frage, was sich seit den Kämpfen der
Arbeiterbewegung der 60er Jahre verändert hat und inwiefern es zu einem
Wechsel, weg von gewerkschaftlichem Kampf, hin zu sozialen Aufständen
gekommen ist, deren bisheriger Höhepunkt der "Argentinazo", der Aufstand
vom 19./20. Dezember 2001, war. Anschließend werde ich auf die
Alternativen und Auswege eingehen, die die Menschen aus Misstrauen gegen
die "traditionelle Politik" in Eigenverantwortung aufgebaut haben, um
daran anknüpfend die Frage zu stellen: "Welche Perspektiven gibt es?".
Dazu nehme ich die Untersuchungen und Theorien des Colectivo Situationes
und des Professors für Politikwissenschaft John Holloway zu Hilfe, um
daran anknüpfend in einer globalen Perspektive der Kämpfe Ansätze der
Revolutionierung der Verhältnisse und der Überwindung des Kapitalismus
aufzuzeigen.
Wandel von
einer Arbeiterbewegung hin zum sozialen Protest
Der
Aufstand des 19. und 20. Dezembers 2001 in Argentinien wurde vor allem von
den großen Medien und vom traditionellen linken akademischen Milieu als
überraschend und unorganisiert beschrieben, obwohl AktivistInnen von einem
ganz und gar nicht überraschenden Aufstand, sondern von einer längeren
Entwicklung berichten, die allerdings in jenen Tagen ihren bisherigen
Höhepunkt erreichte. (2) Welche Vorgeschichte hatte also dieser Aufstand,
wenn ich davon ausgehen, dass er den vorläufigen Höhepunkt der neueren
Entwicklungen war?
1.1. Das Ende der traditionellen Arbeiterbewegung
Argentinien hat eine lange Geschichte der Arbeiterbewegung. Die letzten
großen Kämpfe der Gewerkschaften fanden 1976 mit dem Beginn der
Militärdiktatur ihr Ende. Damals "verschwanden" 30 000 Menschen, wobei die
meisten Opfer gewerkschaftlich und politisch aktive ArbeiterInnen waren.
Zwar gingen zwischen 1989 und 1994, also nach dem Ende der
Militärdiktatur, immer noch fast 60 Prozent aller Proteste -
Untersuchungen über den sozialen Protest im "demokratischen Argentinien"
zufolge - von den Gewerkschaften aus, doch die Zeit der großen
Arbeiterkämpfe war vorbei und die meisten AktivistInnen entweder
"verschwunden" oder eingeschüchtert. (3) Die meisten Analytiker stimmen
darin überein, dass erst Mitte der neunziger Jahre ein Wandel von
gewerkschaftlich organisiertem Protest hin zu sozialen Aufständen
einsetzte. (4) Noch in den 60er Jahren führten die IndustriearbeiterInnen
die Kämpfe an, in den 90er Jahren dann begannen vor allem Arbeitslose und
Marginalisierte zu revoltieren, also jene, die die unterste Schicht der
Gesellschaft bilden und auch keinerlei Möglichkeiten haben, von dort
wieder aufzusteigen. (5) Nach und nach entwickelten sich soziale Aufstände
zu neuen und effektiven Methoden des sozialen Protests.
1.2. soziale Aufstände als neue Methoden sozialen Protests
Über den Ausgangspunkt von Aufständen als neue Methode des sozialen
Protests in Argentinien, gibt es verschiedene Ansichten. Viele sehen den "Cutralcazo"
1996 (Der Aufstand in der Stadt Cutral Có. Die Nachsilbe "-azo" bezeichnet
in Argentinien einen Aufstand, der Wortanfang bezeichnet dabei die Stadt
oder Region, in welcher dieser stattfand.) als ersten sozialen Aufstand.
Andere Strömungen behaupten, die Wurzeln wären bis 1989 zurückzuverfolgen.
Damals wurde der amtierende Präsident Alfonsín durch massive Plünderungen
von Supermärkten zum Rücktritt gezwungen. (6) Wider andere sehen den
Beginn der sozialen Aufstände im Jahr 1993, als in der nördlichen Provinz
Santiago del Estero das Regierungsgebäude, Rathäuser, Gerichte und Häuser
einzelner PolitikerInnen geplündert und in Brand gesteckt wurden. Da
allerdings weder die Bewegungen im Jahr 1989, noch im Jahr 1993 die
Kontinuität, Organisation und radikalen Forderungen nach ökonomischer
Umwälzung hatten wie der "Cutralcazo" und das aber zu den wichtigen
Merkmalen der Aufstände wurde, (7) werde ich auf diesen näher eingehen, um
das Phänomen sozialer Aufstände zu erläutern. Ich werde dabei ausklammern,
dass bereits in den Anfängen der 80er Jahre im Zuge der zunehmenden
Landbesetzungen der verarmenden Bevölkerung Netze der Stadtteil- und
Nachbarschaftsbewegungen entstanden sind, die als Voraussetzung für die
Infrastruktur der folgenden Proteste wichtig waren.
Der "Cutralcazo" fand im Juni 1996 in den Orten Cutral Có und Plaza
Huincul in der Provinz Neuquén (südlich von Buenos Aires) statt. Dem
Aufstand waren zahlreiche Mobilisierungen gegen die Privatisierung der
staatlichen Ölgesellschaft YPF vorausgegangen, deren Verkauf an den
spanischen Multi Repsol zahlreiche Entlassungen und eine Verödung der
Gegend zur Folge hatte, (8) wodurch die Bevölkerung ganzer Ortschaften ins
Elend und damit in die Marginalisierung abstürzte. (9) Es kam sechs Tage
lang zu einem Aufstand, an dem die Hälfte der BewohnerInnen beteiligt war.
Sie blockierten sämtliche Zufahrten zu den Orten und zur Raffinerie mit
massiven Straßensperren. (10) Dabei tauchte auch erstmals der Begriff "piquete"
auf. Es handelte sich um eine neue Methode des Protestes in Argentinien.
Dabei werden meist wichtige Straßen, Autobahnen oder Brücken mit
brennenden Autoreifen lahmgelegt. (11) PolitikerInnen hatten das Problem,
dass sie keine AnsprechpartnerInnen für Beschwichtigungsverhandlungen
finden konnten. Hunderte von Menschen ließen sich, teilweise für Wochen,
auf der Straße nieder. Sie campierten und lebten dort, diskutierten über
die aktuellen gesellschaftlichen Probleme und organisierten sich gegen die
Regierung und die von ihr ausgeübte Repression. (12) Die meisten "piqueteros",
wie diese AktivistInnen genannt wurden, sind dabei bis heute Frauen,
deshalb ist es auch sinnvoller von "piqueteras" zu sprechen. (13) Es geht
ihnen weniger um die Formulierung oder Durchsetzung konkreter Forderungen,
wie etwa bei den Gewerkschaften, als vielmehr darum, Druck auszuüben und
wahrgenommen zu werden, damit die PolitikerInnen die Marginalisierung und
Verelendung nicht einfach verschweigen können, außerdem werden die
piquetes gleichzeitig als "soziale Orte, Treffpunkte für Information,
Diskussion und Organisierung" (14) genutzt.
1.3. piquetes als organisierter Ausdruck sozialer Aufstände
Auch im folgenden Jahr 1997 gab es große piquetes. Die Blockaden dehnten
sich auf weitere Provinzen aus. Aufgrund der Breite und Entschlossenheit
der Bewegung, die mit Repression allein nicht mehr aufzuhalten war,
veranlasste die damalige Regierung Menem, ein Arbeitsbeschaffungsprogramm
in Gang zu bringen, da der Großteil der piqueteras Arbeitslose waren. (15)
Dies führte allerdings nicht zu einer Befriedung der Proteste, sondern im
Gegenteil wurden im Jahr 1997 über 100 piquetes durchgeführt, im Jahr 2000
errichteten Arbeitslose und Unterbeschäftigte sogar über 500
Straßenblockaden. (16) Nach etlichen Aufständen in den Provinzen kam die
Bewegung im Jahr 2000 auch in der Hauptstadt Buenos Aires an. (17) Das
Jahr 2001 war dann "das Jahr der landesweiten Organisierung" der
piqueteras. (18) Es fanden zwei große Kongresse statt, in denen vor allem
klar wurde, dass "die piqueteras" kein einheitlicher Block sind. Trotzdem
gelang es ihnen, sich auf landesweite Aktionspläne zu einigen. Anfang 2002
waren bereits mehr als 200 000 piqueteras organisiert. (19) Es gibt
verschiedene Strömungen oder Bewegungen, die sich hinsichtlich politischer
Herangehensweise und Praxis teilweise stark unterscheiden. Drei
Hauptströmungen haben sich herausgebildet: Erstens die piqueteras, die im
Gewerkschaftsdachverband CTA organisiert sind, zweitens der "Bloque
Nacional Piquetero", ein Zusammenschluss von piqueteras, die linken
Parteien nahe stehen und drittens der "CTD Aníbal Verón", eine
Koordination von verschiedenen piquetera-Gruppen, die großen Wert auf ihre
Unabhängigkeit von Parteien und Gewerkschaften legen, sich selbst als
"antikapitalistisch" begreifen und mit dem Aufbau eigener
Selbsthilfeprojekte "ein Konzept von Gegenmacht im Stadtteil" verfolgen.
(20) Im Jahr 2001 spitzten sich die wirtschaftliche Krise und gleichzeitig
die sozialen Kämpfe zu. Neben den Aufständen wurde zusätzlich in
verschiedenen Bereichen gestreikt. Im März und im Dezember organisierten
die Gewerkschaften landesweite Generalstreiks. (21) Ende November, als der
damalige Wirtschaftsminister Domingo Cavallo die Beschränkung des freien
Zugriffs auf die Sparkonten anordnete, zeichnete sich bereits ab, dass
dieser Tropfen das Fass zum Überlaufen bringen würde. (22)
1.4 El Argentinazo Der Aufstand vom 19./20. Dezember 2001
Am Wochenende vor dem 19. Dezember waren in verschiedenen Provinzen in
Argentinien Supermärkte von der Bevölkerung und verschiedenen
piquetera-Gruppen belagert und zur Ausgabe von Lebensmittelpaketen
gezwungen, sowie geplündert worden. Am Morgen des 19. Dezember ergriff
diese Bewegung die Hauptstadt Buenos Aires. Am Abend des selben Tages rief
Präsident de la Rúa den Ausnahmezustand aus. (23) Die Bevölkerung ließ
sich jedoch nicht einschüchtern. Nach der Bekanntgabe des
Ausnahmezustandes in den Nachrichten strömten die Massen zum
Regierungsgebäude. Der Aufstand hatte keinen verantwortlichen Urheber.
(24) Die Mehrheit der DemonstrantInnen, die sofort auf die Straße gegangen
waren, kamen aus den Vierteln der Mittelschicht, denn die piqueteras der
Vororte, die in den vorhergehenden Tagen das Klima mit Blockaden und
Plünderungen angeheizt hatten, und deshalb der Polizei bereits bekannt
waren, trauten sich in dieser Situation nicht mehr auf die Straße, da sie
mit enormer Repression der Polizei rechneten. (25) Doch bereits am
nächsten Tag waren auch sie wieder auf der Strasse und es kam zu der bis
dahin einzigartigen Vereinigung von Mittelschicht und Arbeitslosen. Der
Protest wurde von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten getragen,
zusammengebracht hatte die Bevölkerung ihr sozialer Unmut. (26) Der
Sozialpsychologe an der Volkshochschule "Madres de la Plaza Mayo" in
Buenos Aires, Alfredo Moffat, hatte bereits Wochen vor dem Aufstand
prophezeit: "Wenn eine verzweifelte Bevölkerung merkt, dass sie keinen
Ausweg hat, wird sie für die Macht sehr gefährlich. Wenn sie nichts zu
verlieren hat, kann man sie nicht kontrollieren." (27)
Zwar war der Lebensstandard in Argentinien im Vergleich zu anderen
lateinamerikanischen Ländern hoch und es gab eine breite "Mittelschicht".
Das bedeutet eine breite Schicht von Menschen mit geregelter Arbeit und
einem Einkommen, von dem sie halbwegs gut leben konnten, und mit dem sie
sich abgesichert fühlten, doch selbst bei den "SparerInnen", die sich
gegen die Sperrung ihrer Konten wehrten, ist der Begriff "Mittelschicht"
irreführend, denn auch hier demonstrierten Menschen, die außer ihrer
Arbeitskraft nur ein paar wenige Dollars hatten, an die sie jetzt nicht
mehr herankamen. (28) Reiche Leute nahmen sich zwar Anwälte und klagten
vor dem Verfassungsgericht gegen die Sperrung der Konten und bekamen auch
Recht, die "kleinen Sparer" allerdings, die sich keine Anwälte leisten
konnten, gingen leer aus. (29) Neben der Krise der Ökonomie in
Argentinien, die nach den bisherigen Ausführungen zum Aufstand der
Bevölkerung geführt hatte, habe ich bisher die Unzufriedenheit der
Bevölkerung mit der traditionellen Politik vernachlässigt. Deshalb werde
ich darauf im nächsten Kapitel eingehen, da ansonsten die bisherigen
Ausführungen zu kurz greifen würden.
Krise der
traditionellen Politik und Beispiele von Auswegen
Das
wichtigste Merkmal der Demonstrationen vom 19./20. Dezember war das
völlige Fehlen jeglicher parteipolitischer Plakate, sowie die Abwesenheit
der PolitikerInnen der traditionellen Parteien. (30) Während des Aufstands
entstand auch die Parole, die bis heute die sozialen Bewegungen
Argentiniens eint und zum Motto der Widerstandsbewegung geworden ist: "Que
se vayan todos" - "Auf dass sie alle gehen". (31)
2.1 Unzufriedenheit mit der herrschenden Klasse in Argentinien
In repräsentativen Umfragen aus dem Jahr 2002 äußerten 37,4% der
ArgentinierInnen, dass sie keinen Politiker für vertrauenswürdig halten.
(32) Obwohl in Argentinien Wahlpflicht herrscht, steigt die Zahl der
NichtwählerInnen seit Jahren an. (33) Bei den letzten Parlamentswahlen
wurden darüber hinaus 12,6% ungültiger Stimmen abgegeben. (34) Ebenso
verlieren die traditionellen Gewerkschaften Vertrauen, was sich daran
zeigt, dass 91% der ArgentinierInnen eine schlechte Meinung von ihnen
haben (35) und die einst größte Gewerkschaft unter einem enormen
Mitgliederschwund leidet. (36) Selbst der jetzige Präsident Eduardo
Duhalde erklärte angesichts der Aufstände am 19./20. Dezember 2001 im
argentinischen Fernsehen: ”Für die Normalbürger hat die Politik in diesen
Tagen ihren Wert verloren”. (37) Das zusammen verdeutlicht, dass ein
großer Teil der Bevölkerung nicht nur keine Partei für vertrauenswürdig
hält, sondern sich an diesem System auch nicht mehr aktiv beteiligen will.
Nach der argentinischen Tageszeitung "Pagina 12" stellen 61% der
ArgentinierInnen die repräsentative Demokratie in Frage. Allerdings sei
dies kein Zeichen dafür, dass sie sich die Militärdiktatur zurückwünschen,
sondern dafür, dass die Leute die Erfahrung gemacht hätten, dass es andere
Formen von Demokratie gebe und das parlamentarische System keine
Möglichkeit zur Selbstbestimmung böte. (38) Das zeigt sich auch daran,
dass 60% der Bevölkerung NGOs bestätigen, dass diese zu Problemlösungen
beitragen können. (39) Mehr als 3 Millionen ArgentinierInnen sind in über
100.000 NGOs aktiv. (40) Der Eindruck bestärkt sich noch, wenn betrachtet
wird, wie die Bevölkerung im Zuge des Aufstandes, aber auch bereits davor,
begonnen hat vielfältige selbstverwaltete Alternativen aufzubauen.
2.2. Versuch der Selbstverwaltung in Fabriken
Eine neue Entwicklung zeichnete sich in den Fabriken ab, die vor der
Pleite standen. Es begann mit einem Kampf für den Erhalt der
Arbeitsplätze, gipfelte dann allerdings in Besetzungen vieler Betriebe.
Auf diese neue Entwicklung will ich am Beispiel der Fabrik Brukman in
Buenos Aires eingehen, die zwar einer der kleineren besetzten Betriebe mit
rund 100 Beschäftigten ist, die allerdings wegen ihrer konsequenten
Haltung und der Tatsache, dass sie weitgehend ein Frauenbetrieb sind,
bekannt geworden sind. Die Fabrik wurde am 18. Dezember 2001 besetzt. (41)
Schon seit Wochen waren nur noch Teile des Lohns bezahlt worden, dann
wurde den ArbeiterInnen gesagt, sie bräuchten nicht mehr zu kommen, weil
es keine Arbeit mehr gäbe. Die Besitzer machten sich mitsamt der
Geschäftsleitung und den VorarbeiterInnen aus dem Staub, daraufhin
begannen die allein gelassenen ArbeiterInnen zu beraten, wie Produktion
und Verkauf selbst zu organisieren sei. Sie organisierten ein Treffen und
beschlossen, zwecks Rettung ihrer Arbeitsplätze die Fabrik zu besetzen.
(42)
Obwohl die meisten ArbeiterInnen der mittlerweile zu einem "Symbol des
Widerstandes" gewordenen Fabrik Brukmann vorher keinerlei politische
Erfahrung hatten, haben sie die Besetzung autonom, ohne Gewerkschaft oder
Parteien organisiert. (43) Statt mit diesen zu verhandeln, nahmen sie
Kontakt zu den ArbeiterInnen der besetzten Fabrik Zanón in Neuquén auf.
Sie wollten sich nicht darauf beschränken, ihre eigenen Betriebe zum
Laufen zu bringen und die eigenen Arbeitsplätze zu retten, sondern sie
versuchten von dieser Basis aus ein Bündnis kämpferischer ArbeiterInnen
aufzubauen. (44) In einer Erklärung der ArbeiterInnen von Brukman wird
dies deutlich: "Koordinieren wir uns, um alle wichtigen Probleme
anzugehen, die wir in unserem Land haben, nicht nur unsere je sektoriellen
Forderungen an die Macht.” (45) Derweil geht die Produktion weiter. Sie
beliefern teilweise die alten Kunden, und verkaufen nebenher in einem
eigenen Laden zu viel niedrigeren Preisen als früher. Drei bis viermal pro
Woche treffen sich die ArbeiterInnen zu einer Versammlung im Betrieb, bei
der sie die Arbeit organisieren, die politischen Aufgaben verteilen und
alle Entscheidungen treffen. (46) Mitte April 2002 versammelten sich rund
700 TeilnehmerInnen zu einem Treffen der Belegschaften besetzter Betriebe
in Argentinien. Es gibt rund 150 Betriebe in und um Buenos Aires, weitere
in verschiedenen anderen Städten und Regionen, die entweder besetzt sind
oder als Belegschaftskooperative funktionieren. (47)
2.3. Versuch der Selbstorganisierung in Nachbarschaftsversammlungen
Eine der überraschendsten Neuerungen, die aus dem Aufstand im Dezember
entstand, sind die Stadtteil- oder Nachbarschaftsversammlungen. Die
Versammlungen haben sich spontan auf der Strasse entwickelt. "Ein paar
NachbarInnen stellen sich auf der Straße zusammen oder setzen sich auf dem
Rückweg von der Demo nochmal auf eine Kreuzung, andere gesellen sich dazu,
und schon ist die asamblea und die Diskussion im Gange. (...) Mit der Zeit
haben sie sich organisiert: feste Tage und Orte einmal pro Woche
vereinbart, die Treffpunkte mit Plakaten und an Wänden bekannt gemacht,
Lautsprecheranlagen besorgt." (48) Voraussetzung für die Versammlungen
waren die langjährige Erfahrung der piqueteras, die bereits seit den
ersten Straßenblockaden die Entscheidung über das strategische Vorgehen in
Versammlungen, an denen bis zu 5000 Leute teilnahmen, diskutierten. (49)
Vom Dezember 2001 bis April 2002 entstanden mehr als 100 wöchentliche
Nachbarschaftsversammlungen in Buenos Aires und anderen Städten in
Argentinien. (50) Bei den Versammlungen kommen Menschen aus verschiedenen
sozialen Schichten zusammen. (51) Es nehmen sowohl Angehörige der
Mittelschicht teil, als auch Studierende, ArbeiterInnen, AktivistInnen von
Menschenrechtsorganisationen und Linksparteien, Arbeitslose, sowie
BewohnerInnen ärmerer Stadtteile. (52) Die große Mehrheit der
TeilnehmerInnen an den Versammlungen sind Frauen. (53) Der Grundkonsens
”Que se vayan todos. Que no se quede ni uno solo!”, also "Alle sollen
gehen, kein einziger soll bleiben!" wurde bei den Versammlungen zum
Prinzip erklärt. (54) Alle Verhaltensweisen, die an die traditionelle
Politik erinnern, werden in Frage gestellt, und durch selbstbestimmte
basisdemokratische Regeln ersetzt. (55) Diese Ablehnung des Prinzips der
Repräsentanz ist eines der wichtigsten Merkmale der Versammlungen. (56)
Die Versammlungen begannen in Eigenregie Projekte aufzubauen, um "das
Schlimmste zu verhindern". (57) Sie entwickelten nicht nur gemeinsame
Diskussionen und Beschlüsse, sondern es entstand auch eine kollektive
Praxis. Viele Versammlungen betreiben gemeinsame Gemüsegärten oder
organisieren gemeinschaftliche Einkäufe. Manche organisieren solidarische
Volksküchen für die Arbeitslosen im Stadtteil (58) oder üben praktische
Selbsthilfe, wie zum Beispiel eine Eingreifgruppe von KlempnerInnen und
ElektrikerInnen, die im Fall von Stromabschaltungen auftauchen, um die
Anschlüsse wieder anzuklemmen. (59) Inwieweit die TeilnehmerInnen der
Nachbarschaftsversammlungen in soziale Konflikte eingreifen, ist je nach
Stadtteil sehr unterschiedlich. In reicheren Stadtteilen kümmern sie sich
lieber um sich selbst und ihr Eigentum, oder um Proteste gegen
Kneipenlärm. Ein großer Unterschied besteht zwischen den Versammlungen in
der Stadt und denen der ärmeren Außenviertel des Großraums Buenos Aires.
(60)
Eine
Gesellschaft auf der Suche nach Alternativen
Durch die
verschiedenen alternativen Projekte, dem Engagement der Bevölkerung und
der neuen Kollektivität verändert sich das Bewusstsein der Menschen, was
auch eine politische Veränderung bedeutet. (61) Viele Menschen haben sich
"vom passiven Wähler zum aktiven Bürger emanzipiert". (62) Bei einer
Umfrage im März 2002 im Großraum Buenos Aires, in dem etwa 13 Millionen
Menschen leben, gaben ein Drittel der Befragten an, schon einmal an einer
Kochtopfdemo oder einer Nachbarschaftsversammlung teilgenommen zu haben.
(63) Es handelt sich um eine ”völlig neuartige Bewegung, eine Art von
direkter, nichtrepräsentativer Demokratie”, die einen großen Teil der
Bevölkerung ergriffen hat. (64) Die Anonymität in den Stadtteilen wurde
aufgebrochen, eine Diktatur könnte heute wahrscheinlich nicht mehr so
einfach Menschen aus dem Stadtteil abholen und verschwinden lassen, ohne
dass sich jemand einmischen würde. (65) Fragen nach Perspektiven und
Alternativen zum Bestehenden werden nicht etwa in kleinen Zirkeln und
Hinterzimmern, sondern kollektiv auf der Strasse diskutiert. (66) Auch der
Schulterschluss zwischen den Versammlungen und den piqueteras bringt weit
reichende Folgen mit sich. Einerseits verlieh er den Arbeitslosen einen
völlig neuen Status, sie werden als Motor der Bewegungen angesehen. (67)
Andererseits ist die Aktionsform der Straßenblockade, die von den
piqueteras eingeführt wurde, mittlerweile zum Allgemeingut geworden. "Ob
das arme Familien in den Außenvierteln sind, denen die kostenlosen
Milchrationen für die Kinder gestrichen wurden, oder ein paar
Kindergärtnerinnen samt Eltern und Kindern, die gegen fehlende Putzmittel
und befristete Verträge demonstrieren - alle finden es völlig normal zur
Hauptverkehrszeit mehrspurige Straßen zu sperren." (68) Die Menschen in
Argentinien wissen jetzt, wie sie eine Regierung stürzen können und
fordern, dass die gesamte herrschende Klasse verschwinden soll. Es gibt
allerdings auch sehr verschiedene Vorstellungen davon, was das Ziel der
Bewegungen ist. Dies geht von Utopien einer anderen Gesellschaft ohne
Staat und Macht bis zu einer Macht- oder Regierungsübernahme. (69) Eine
Machtübernahme wäre allerdings nur durch eine vorhergehende Vereinnahmung
der Bewegungen durch machtpolitische Parteien oder Organisationen möglich.
3.1. Die Gefahr der Vereinnahmung
Trotz der breiten Ablehnung von "traditioneller Politik" bleibt die
Gefahr, dass die Bewegungen durch eine parlamentarische Alternative
eingefangen oder durch eine parteipolitische Lösung kanalisiert werden.
(70) Viele der linken Organisationen und Parteien können es nicht lassen,
"um den Posten der wirklichen Avantgarde des Proletariats zu
konkurrieren". (71) Zwar können sich die meisten Politiker nicht mehr auf
der Straße blicken lassen ohne beschimpft, bespuckt und angegriffen zu
werden, doch ein paar linke Abgeordnete gelten als persönlich integer,
absolut unkorrupt und politisch korrekt, und versuchen bei den
Mobilisierungen Punkte zu sammeln. (72) Auch der Vorschlag von
Trotzkisten, eine "Verfassungsgebende Versammlung" einzuberufen, würde die
Eigeninitiative der Versammlungen in die Unterstützung einer politischen
Lösung umleiten, und damit zur Institutionalisierung der Bewegung führen.
(73) Eine weitere Schwäche der Bewegungen ist, dass die ArbeiterInnen als
solche nicht an ihnen beteiligt sind. Sie gehen zwar auch als
DemonstrantInnen auf die Straße und beteiligen sich als NachbarInnen an
den Versammlungen, doch ihre Macht, die kapitalistische Maschine
anzuhalten, brachten sie bisher nicht ins Spiel. In den Betrieben, die
noch funktionieren, ist es ruhig. Die ArbeiterInnen dort haben Angst, dass
auch sie von Entlassung und Arbeitslosigkeit getroffen werden und damit
wie so viele andere aus einer Mittelschichtsexistenz in Armut abstürzen
könnten. (74)
Einerseits hat die Bewegung unter den momentanen Bedingungen zwar
chaotische Züge mit ungenauen Zielen, andererseits verfügt sie aber über
ein kreatives Potenzial, die Fähigkeit und die Ausdauer, zusammen
aufzutreten und die Möglichkeit, ihren Wirkungsgrad noch zu verbessern,
den sie beim Sturz von einigen Regierungen bereits unter Beweis gestellt
hat. (75) Das "Colectivo Situaciones", eine Gruppe von AkademikerInnen,
die in sozialen Bewegungen in Buenos Aires aktiv ist und begonnen hat, die
Bewegungen in Argentinien wissenschaftlich zu untersuchen, betont das "Que
se vayan todos!" des Aufstandes, das sie als radikales "Nein!"
interpretieren. Dieses habe eine unbestreitbare Schlagkraft, denn es ginge
nicht bloß um den Sturz einer Regierung, vielmehr markiere es eine Grenze
für die Macht und festige die Kraft des Widerstandes. (76)
3.2. Vielfalt und radikales Nein
Die Gruppe unterstreicht, dass in den gegenwärtigen Kämpfen nicht
präzesiert wird, wie "die Welt von morgen" aussehen wird. Die Legitimität
der Kämpfe seien mit der Fähigkeit verknüpft, im Kampf selbst von
konkreten Initiativen und Projekten aus neue Werte der Gerechtigkeit zu
schaffen. (77) Das "Nein!" artikuliere in bestimmter Weise eine klare
Botschaft über die Möglichkeiten, die globale Herrschaft und die lokalen
Märkte zu brechen, die unter dem Begriff "Neoliberalismus" zusammengefasst
werden können. Dieses "Nein!" sei Ausdruck einer Bewegung, die nicht nach
den Interpretationen und Kategorien der Macht und ihrer Organisationen
funktioniere und Unabhängigkeit von jeglichen Hierarchien fordere. (78)
Bestätigt sehen sie dies durch die Fülle von Demonstrationen, durch das
Auftreten von verschiedensten Gruppen und einer Vielfalt an
Organisationsformen, welche eine klare Absage an eine mögliche Führung
oder RepräsentantInnen erteile. Gerade diese Vielfalt, die nicht mit
Beliebigkeit gleichzusetzen ist, sei daher der Schlüssel für die neue
Radikalität der Bewegung. Nach John Holloway, Professor für
Politikwissenschaft an der Universidad Autónoma de Puebla in Mexico Stadt,
geht es darum auch nicht um "einen Kampf um die Macht" oder eine
Gegenmacht aufzubauen, sondern um eine Art "Anti-Macht", etwas Anderes und
Neues, was noch zu erfinden sei. (79)
3.3. Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen
Für Holloway, der sich mit den Aufständen der Zapatistas und der
Bevölkerung in Argentinien beschäftigt, haben sich die alten Antworten auf
die Frage, wie der Kapitalismus überwunden werden kann, als falsch
herausgestellt. Gesellschaftlicher Wandel funktioniere nicht über den
Staat, denn der Staat sei nicht die Gesellschaft. Es gehe heute um eine
Revolution, die sich in den Zwischenräumen der alten Gesellschaft
entwickeln müsse. (80) Alte Vorstellungen, die die Revolution als einen
triumphierenden Aufstand sehen, nach dem sich alles ändere, würden in der
heutigen Welt nicht mehr ausreichen, vielmehr müsse man sich auf längere
Prozesse einstellen. (81) Holloway sieht diese Vision in den
argentinischen Bewegungen Wirklichkeit werden. Auch er betont das "Nein!"
des Aufstands und vergleicht es mit dem "Ya Basta!" der Zapatistas in
Chiapas/Mexico. (82) Auch den Zapatistas gehe es nicht darum "ein
Herrschaftssystem durch ein anderes zu ersetzen, sondern mit
Herrschaftsverhältnissen als sozialer Norm zu brechen". John Holloway
sieht in Argentinien zum ersten Mal den Zapatismus in den Städten
ankommen. Das Colectivo Situaciones stellt ebenfalls den Zusammenhang mit
den Zapatistas her: "Insgesamt könnte man die Piquetes mit dem Zapatismus
in Mexico vergleichen. Auch die Zapatistas wollen soziale Verhältnisse
umfassend verändern. Das findet zwar lokal statt, aber sie laden die ganze
Welt ein, an diesem Suchprozess teilzunehmen". (83) Um die Globalität der
sozialen Kämpfe zu begreifen, ist das Erkennen des Zusammenhangs zwischen
dem Zapatismus in Chiapas und den Bewegungen in Argentinien von
Voraussetzung.
3.4. Globalität der Kämpfe
John Jordan und Jennifer Whitney, die ich bereits zur Einführung zitiert
habe, verdeutlichen diesen Zusammenhang durch ein Bild, dass sie aufbauen.
So sei der Zapatismus mit seiner Idee einer "Rebellion die zuhört" der
Samen, der in die Welt verstreut wurde, wodurch ein globales Netzwerk
entstand. Nun würden die Samen zu sprießen beginnen, nicht nur in
Argentinien. (84) Dem Zapatismus, sowie den Bewegungen in Argentinien,
liegt nach Holloway die Idee zugrunde, "dass die Revolution gemacht wird,
während sie gemacht wird, dass der Weg im Laufen entsteht, nicht weil die
Ideen fehlen, sondern aus Prinzip." (85) Sie bestehe nicht aus Sprechen,
sondern aus Zuhören und einem Dialog. Es könne daher auch kein
Übergangsprogramm oder ähnliches geben. Gegen die "falsche Gemeinschaft",
die jeder Staat verkörpere, stellt er den Prozess eines Aufbaus einer
Gesellschaftlichkeit ohne Aufseher, in der kollektive Überlebensformen
jenseits des Kapitals entwickelt werden. (86) Auf diesem Prinzip bauen
weltweit verschiedenste politische Gruppen auf, so propagiert
beispielsweise auch die Gruppe "behubelni" aus Aachen in ihrem
Grundsatzpapier: "Unsere Politik ist eine langfristige Prozedur, sie wird
oft widersprüchlich sein und langsam voranschreiten. Doch darin liegt die
Garantie für ihr Gelingen. (...) Die Alternative zu bestehenden
Gesellschaften und zur kapitalistischen Weltordnung kommt nicht in Gestalt
eines allgemeingültigen Diktates daher, sondern als Prozess, der die
Unterschiedlichkeit der Menschen als Ausgangspunkt hat" (87)
Als ein Anzeichen von vielen für die Globalität der Kämpfe kann der
"Global Action Day" am 20. Dezember 2002 betrachtet werden. Ein Jahr nach
dem Aufstand in Argentinien fanden in mehr als 30 Ländern, auf allen
Kontinenten der Welt, verschiedene kleinere oder größere Aktionen im
Rahmen dieses Aktionstages statt, um Solidarität mit den Bewegungen in
Argentinien zu demonstrieren. (88) Im Aufruf von PGA (Peoples Global
Action) wird das oben beschriebene Prinzip auch als "eine soziale
Revolution, die aus tausenden von Revolutionen besteht" bezeichnet. (89)
Die Aufstände der Zapatistas 1994, der "Menschen von Seattle" 1999, der
"sozialen Bewegungen" in Genua im Sommer 2001 und der Bevölkerung
Argentiniens im Dezember 2001 sind in diesem Zusammenhang nur kleine
Momente eines globalen und revolutionären Prozesses.
Schluss
Abschließend und zusammenfassend möchte ich festhalten, dass durch den
Aufstand am 19./20. Dezember 2001 und der daraus hervorgegangenen
Strukturen und Ansätze eine tiefgreifende Politisierung der Bevölkerung
Argentiniens ausgelöst wurde. Radikale Forderungen, wie z.B. nach
Alternativen zu Macht und Staat, werden offen auf der Strasse von einem
schichtenübergreifenden Spektrum der argentinischen Bevölkerung
diskutiert. Dies gestaltet sich als offener Prozess, die Gesellschaft
verändert sich aus sich selbst heraus und aus eigener Kraft. Vergleichbare
Prozesse finden sich auch in den Gebieten der Zapatistas. Das "Ya Basta!"
der Zapatistas schleudert dem herrschenden kapitalistischen System
dasselbe radikale "Nein!" entgegen, wie das "Que se vayan todos!" der
argentinischen Bevölkerung. Es handelt sich nicht um eine Forderung,
sondern um eine radikale Negation des Herrschenden. (90) Seit dem Aufstand
der Zapatistas 1994 hat sich eine globale Protestbewegung der
verschiedenen sozialen Bewegungen entwickelt, die vor allem durch massive
Aufstände in Seattle und Genua zu weltweiter Beachtung kam. Dabei geht es
nicht um ein bestimmtes Ziel, sondern darum, einen oder viele Prozesse in
Gang zu bringen, die wie der Politologe John Holloway es ausdrückt, "die
Welt verändern, ohne die Macht zu erlangen". Dies gestaltet sich als
globaler und revolutionärer Prozess.